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Fachhochschule Stralsund

Kurzinfo

Die Fachhochschule Stralsund, die im September 1991 gegründet wurde, hat sich inzwischen kräftig entwickelt. Eine Hochschule wie jede andere ist sie aber trotzdem nicht. Mit zur Zeit ca. 3000 Studierenden ist die Fachhochschule eher klein – aber fein. Mit den modernsten Lehr- und Lernmethoden, die hier angewendet werden, steht sie einer großen Hochschule in nichts nach. Es werden in den drei Fachbereichen Wirtschaft, Maschinenbau sowie Elektrotechnik und Informatik Diplom- (D), Bachelor- (BA) und Masterstudiengänge (MA) mit interessanten Vertiefungsrichtungen und Schwerpunktfächern angeboten.

Neben der Lehre hat sich auch die Forschung kontinuierlich entwickelt. Die Forschungsschwerpunkte und Labore sind so angelegt bzw. eingerichtet, dass der Wirtschaft Kooperationen angeboten werden. Zu Forschungsgebieten, die praxisorientiert und besonders auf die Wirtschaft des Landes ausgerichtet sind, gehören internationale Managementfragen, insbesondere im Ostseeraum, Freizeit- und Tourismusmanagement, Kommunikations- und Netzwerktechnik, Gesundheitstelematik, fahrzeugtechnische Entwicklungen und Untersuchungen sowie strömungsmechanische Phänomene / Strömungsmesstechnik.

Fachübergreifend hat sich das Thema "Nutzung regenerativer Energiequellen / Wasserstofftechnologie" als ein wesentlicher Schwerpunkt seit der Hochschulgründung herausgebildet. Es wurde das "Komplexlabor Alternative Energie" aufgebaut, welches eine gute Basis für die moderne Ausbildung und die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben ist.

Das Labor umfasst Anlagen zur:

  • Nutzung regenerativer Energiequellen (Photovoltaikanlage, Windkraftanlage, Wärmepumpe, Solarkollektor)
  • Energiespeicherung in Form von Wasserstoff (Elektrolyseur, Druckspeicher, Metallhydridspeicher) oder thermischer Energie
  • sowie Anlagen zur Energierückwandlung (Blockheizkraftwerk, katalytischer Heizkessel, Wasserstoffkocher, Brennstoffzelle).

Die Verbindung zum Netz und die Einbindung konventioneller Energieerzeuger (Dieselgenerator auch für Rapsöl) ermöglicht die Untersuchung von komplexen Hybridsystemen in kommerzieller Leistungsgröße.

Die Elektrolysestation ist die zentrale Anlage der vorhandenen Wasserstofftechnologie. Der alkalische Druckelektrolyseur hat eine Leistungsaufnahme von 20 kW. Damit werden 4 Nm3/h Wasserstoff mit einem Druck von maximal 25 bar erzeugt und im Wasserstoffbehälter bis zu 200 Nm3 gespeichert. Eine Gasreinigungs- und Trocknungsanlage sichert die erforderliche Qualität des Gases. In Verbindung mit der 100 kW-Windkraftanlage kann der Elektrolyseur so gesteuert werden, dass die aus dem Wind gewonnene Energie in Wasserstoff gewandelt wird und in Zeiten eines Energiedefizites als Energieträger genutzt wird. Dieses System arbeitet netzgekoppelt. Insellösungen sind jedoch realisierbar. Dabei ist die direkte Energienutzung vorzuziehen, da jeder Energiewandlungsprozess verlustbehaftet ist. Der Kompressor verdichtet 4 m3/h Wasserstoff aus dem Speichertank für die Abfüllstation. Die Flaschenabfüllstation für Wasserstoff verfügt über Zapfstellen für 200 bar bzw. 300 bar und stellt den Wasserstoff für weitere Versuchsaufbauten bereit.

Der Energieträger Wasserstoff kann für unterschiedliche Anwendungen genutzt werden.

Ein katalytischer Brenner für Wasserstoff wurde an der FH Stralsund für Versuchszwecke in einen normalen Brennwertkessel integriert. Dieser katalytische Brenner wurde vom Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme in Freiburg/ Breisgau entwickelt. Durch die katalytische Verbrennung des Wasserstoffs bei Temperaturen von ca. 800 °C werden die Stickoxidemissionen auf ein Minimum gesenkt.

Mehrere Brennstoffzellen-Versuchsstände erlauben die Untersuchung und Automatisierung von PEM-Brennstoffzellensystemen im Wasserstoff-Luft-Betrieb in Forschung und Ausbildung. Die Leistungen variieren dabei von 50 W (Heliocentris) über 450 W (ZSW Ulm) bis 1 kW (Ballard/ NEXA) bzw. 2 kW (Webasto/Staxon). Ein Brennstoffzellen- Prüfstand (Hydrogenics) ermöglicht die Testung von PEM-Einzelzellen im Mischgasbetrieb.
Anwendungsseitig wurden mit den genannten Brennstoffzellen automatisierte autarke Stromversorgungssysteme im 50 W- und 1 kW-/2 kW-Bereich durch Kaskadierung von NEXA-Modulen bzw. Staxon-Stacks realisiert.

Eine weitere Möglichkeit zur Nutzung von Wasserstoff als Energieträger ist die Erzeugung von Wärme und mechanischer Arbeit in Verbrennungskraftmaschinen. Ein Blockheizkraftwerk liefert im Erdgasbetrieb 30 kW elektrische und 60 kW thermische Leistung. Ein Dual-Fuel-Betrieb (Erdgas-Wasserstoff) wird realisiert.

Ein Serien-Pkw mit Ottomotor wurde für den Wasserstoffbetrieb umgerüstet. Dazu wurden eine wasserstoffspezifische Gemischbildung und Motorsteuerung entwickelt und erfolgreich erprobt.

Derzeit wird ein Versuchsstand für ein neuartiges Verfahren zur Biogaserzeugung aufgebaut; zukünftig soll dann eine Kopplung mit den vorhandenen Brennstoffzellen erfolgen.
Weiterhin ist ein Projekt in Vorbereitung, in dem Biobrennstoffe vergast/reformiert werden sollen, um dann ebenfalls Brennstoffzellen damit zu betreiben.

Webseite: www.fh-stralsund.de